Dez 7, 2011
The Roots – Undun
Es ist schon beachtlich in welcher Beständigkeit “The Roots“ neue Alben abliefern, die auch nach fast 25 Jahren Bandgeschichte keinerlei Verschleißerscheinungen zeigen. Gegründet von Sänger Tariq “Black Thought“ Trotter und Drummer Ahmir “Questlove“ Thompson zeigen sie sich mit ihrem Organic Hip Hop stets über die Fragwürdigkeit und Wechselwirkung eines ganzen Genres erhaben. Ein Fundament angereichert mit Jazz, Soul, Rock und Funk und bestimmt von intelligentem Songwriting mit lyrischem Gehalt.Der musikalische Doppelschlag “How I got over“ und “Wake Up!“, das gemeinsam mit dem amerikanischen R&B Sänger John Legend entsteht, versetzt 2010 Fans und Kritiker auf’s Neue in Verzückung. Leidenschaft und Tiefe, Slow Groove und Hip Hop Jams stehen sich dabei gegenüber und belegen ihre Vielseitigkeit und umfassende Stärke.
Nun meldet sich die legendäre Philly Crew mit ihrem elften Streich “Undun“ zurück. Angeführt von der Tempo gedrosselten, lässig groovenden, aber ungemein eingängigen Single “Make my“ (feat. Big K.R.I.T. & Dice Raw) gilt es eine Geschichte zu erzählen. Die Geschichte des viel zu früh verschiedenen Redford Stephens. Ein Konzeptalbum, das aus seiner Perspektive berichtet und den Hörer in seine Gefühls- und Gedankenwelt mitnimmt. Es geht um die Suche nach dem eigentlichen Sinn des Lebens und seinen Verlauf. Tracks wie “Sleep“ und “Tip the scale“ arbeiten mit musikalisch reduzierten Mitteln, um die Aufmerksamkeit stärker auf die Stimmen und damit Erzählenden zu lenken. Die lyrische Tiefe bleibt erhalten, doch wählt man dazwischen durchaus temperamentvollere Mittel, um diese zum Ausdruck zu bringen. Rapvocals, Soulgesänge und Kopfnickerbeats im regelmäßigen Wechsel. “Stomp“ wird seinem Namen gerecht und funktioniert mit einer aufputschenden Rhythmik, während “I remember“ spätestens mit dem Refrain und den Engelschören die Nackenhaare streichelt. Zum Ende wird man mit der 4-teiligen Redford Suite instrumental (Piano, Streicher, aufbäumendes Schlagzeugintermezzo bei “Will To Power“) aus dem Album geleitet. Der organische Sound schafft die Brücke zur Geschichte, der man sich nicht entziehen kann. “Undun“ ist erneut große Erzähl- und Musikerkunst und untermauert die Ausnahmestellung der Hip Hop/Neo Soul Band aus Philadelphia.
Anspieltipps: “One time“, “Stomp“ und “I remember”
Note: 1,5
Trackliste:
1. Dun
2. Sleep
3. Make my (feat. Big K.R.I.T. & Dice Raw)
4. One time (feat. Phonte & Dice Raw)
5. Kool on (feat. Greg Porn & Truck North)
6. The OtherSide (feat. Bilal & Greg Porn)
7. Stomp (feat. Greg Porn & Just Blaze)
8. Lighthouse (feat. Dice Raw)
9. I remember
10. Tip the scale (feat. Dice Raw)
Redford Suite:
11. Redford (For Yia-Yia & Pappou)
12. Possibility (2nd Movement)
13. Will to power (3rd Movement)
14. Finality (4th Movement)














