Dez 2, 2011
Taio Cruz – TY.O
Trendsurfer
Taio Cruz hat sich mit der Veröffentlichung seines Albums “Rokstarr“ und den daraus ausgekoppelten Singles “Break Your Heart“ (feat. Ludacris), “Higher“ (feat. Kylie Minogue) und allen voran “Dynamite“ zur unverzichtbaren Clubwaffe entwickelt. Angefangen als Songwriter, agierend aus dem Hintergrund, ist mittlerweile die große Bühne sein eigenes Zuhause. Sein Stil zwischen Electro/Dance Pop und R&B angesiedelt. Dabei schon weit über die eigenen, britischen Landesgrenzen hinaus bekannt und zuletzt mit dem David Guetta Feature “Little Bad Girl“ in den Charts. Ganz nebenbei bringt er im September 2009 seine eigene Modemarke für Kleidung und Accessoires an den Start und zählt Künstlerkollegen wie Kanye West, Keri Hilson oder Justin Timberlake zu seinen Trägern. Zudem tritt er immer wieder als Produzent in Erscheinung.
Ein echter Geschäftsmann, der nichts anbrennen bzw. schlecht werden lässt. So wird kurzerhand “Little Bad Girl“ und der Soundtrackbeitrag zum Animationsfilm “Rio“ (Telling the world) als Füllmaterial mit auf’s neue Album gepackt. Bleiben neun effektiv neue bzw. eigene Songs, von denen die Single “Hangover“ (feat. Flo Rida) bereits die Tanzflächen im Sturm erobert. Die junge “Generation Komasaufen“ freut sich über eine weitere Hymne. Filmriss ahoi und “Wie heißt eigentlich der Typ neben mir?!“. Der lyrische Gehalt seiner Songs lag noch nie hoch und orientiert sich eher an clubtauglicher Zweckmäßigkeit. Musikalisch grast “TY.O“ jedoch ebenfalls jedes Klischee ab. Zielorientierte DJs und Produzenten wie Dr. Luke, Steve Angello, RedOne oder Sebastian Ingrosso sorgen schon für den nötigen (House-)Beat. 120 bis 130 BPM heißt die Devise, unterlegt mit geradlinigen Synthiemelodien und ebenso einfach wie eingängigen Refrains. Als Szenekenner darf natürlich auch ein kurzes Dubstep-Intermezzo, zu hören beim etwas progressiver angelegten “Shotcaller“, nicht fehlen. Außerdem darf man in der gut sortierten Haushaltswarenabteilung anno 2011 auch einen Pitbull Gastauftritt nicht schuldig bleiben: “There she goes“ ist aber eben wieder einer dieser Hits, denen man sich einfach nicht entziehen kann. Volltreffer! “Make it last forever“ packt die “Oh Oh Oh“ Gesänge aus und präsentiert sich als jugendfreundliche Mitspring-/Mitsingnummer. “Tattoo“ nähert sich, trotz Robotersoundelementen (ach ja, dazu ein weiterer Dubstep Ausrutscher), etwas mehr den R’n’B Klängen vergangener Tage. “You’re beautiful“ Richtung Ende dann doch noch etwas wie eine Soul geküsste Quotenballade. Wie bereits auf dem letzten Album – gar nicht mal so verkehrt. “TY.O“ ist viel von allem. Electro Hop im Stile der “Black Eyed Peas“, House der Marke “Swedish House Mafia“, Pop und Dubstep. Absolut zweckdienlich, durchkalkuliert und auf Erfolg programmiert. Ein eigenes Gesicht sucht man jedoch vergebens.
Anspieltipps: “Hangover”, “There she goes” und “Tattoo”
Note: 3,4
Trackliste:
1. Hangover (feat. Flo Rida)
2. Troublemaker
3. There she goes (feat. Pitbull)
4. Shotcaller
5. Make it last forever
6. World in our hands
7. Tattoo
8. Play
9. You’re beautiful
10. Telling the world
11. Little Bad Girl (David Guetta feat. Taio Cruz and Ludacris)














