Nov 30, 2011
Kelly Rowland – Here I am
Schulterschluß
Destiny’s Child sammeln zwischen 1998 und 2004 Platinauszeichnungen wie kleine Kinder bunte Eier an Ostern. Die Besetzung Beyoncé Knowles, Kelly Rowland und Michelle Williams als Inbegriff der R&B Pop Supergroup. Persönliche Ziele und der Wunsch nach einer Solokarriere rücken jedoch in den Vordergrund und so ist “Destiny Fulfilled” das letzte Studioalbum der Band. Praktisch ohne Qualitätsverlust schreibt Beyoncé ihre Erfolgsgeschichte weiter, Michelle ist weitestgehend unauffällig und Kelly bildet mit den beiden Alben “Simply Deep” (2002) und “Ms. Kelly” (2007) die Brücke zwischen beiden Verläufen. Da sind Hits wie “Dilemma” (feat. Nelly), “Work” oder “When love takes over” (mit David Guetta) und dann? Kommt lange nichts.
“Here I am” stellt nicht nur vom Titel her eine Art Neuanfang dar, sondern begibt sich auch musikalisch auf unbeschrittenere Pfade. Ihr langer Europabesuch hat seine elektronischen Spuren hinterlassen. David Guetta, der zudem für den Song “Commander” mitverantwortlich war/ist, wird da sicherlich seinen Anteil dazu geleistet haben. So wird ihr urbaner Touch, um europäische Danceelemente erweitert und pumpt sich der Opener “I’m dat chick” direkt in die Beatmembran. Lässt aber genug von ihrer R&B/Soulstimme übrig. “Work it man” (feat. Lil Playy) eine typische Rowland Nummer im Stile von “Dilemma”. Die weiteren Features (Lil Wayne, Big Sean, Rico Love und The Wav’s) zwischen zweckdienlich und aufwertend. Smoothe Handclap/Finger Snap Nummern wie “Motivation” oder “All of the night” nehmen das Tempo raus. “Turn it up” dreht sinngemäß an der Stimmungsschraube. Für “Down for whatever” streift sie dann endgültig den Disco/Tanzdress über. Mit dem StarGate/Ne-Yo produzierten Leisetreter “Heaven n earth” beginnt der Bonusteil der internationalen Albumversion. Ganze sieben Tracks bekommt der Europäer obendrauf. “Each other” mit tiefen Bässen, der Diplo Remix von “Motivation” von allgegenwärtigen Dubstep/DnB Einflüssen geprägt. Zu guter Letzt zwei locker tanzbare Club Tracks “Forever & a day” und “What a feeling”. Im Vergleich zu vielen Kolleginnen und Kollegen hat sich die amerikanische Sängerin nicht ganz selbst aufgegeben, sondern die Basics ihrer Anfänge (und den Verlauf) erhalten. An Synthies und Beats kommen praktisch kaum noch R&B/ Hip Hop Künstler vorbei, wenn sie Erfolg haben möchten. “Here I am” ist ein Schulterschluß zwischen beiden Welten.
Anspieltipps: “Lay it on me”, “Down for whatever” und “Forever and a day”
Note: 2,8
Trackliste:
1. I’m dat chick”
2. Work it man (feat. Lil Playy)
3. Motivation (feat. Lil Wayne)
4. Lay it on me (feat. Big Sean)
5. Feelin me right now
6. Turn it up
7. All of the night (feat. Rico Love)
8. Keep it between us
9. Commander (feat. David Guetta)
10. Down for whatever (feat. The WAV’s)
11. Heaven & Earth
12. Each other
13. When love takes over (with David Guetta)
14. Rose colored glasses
15. Motivation (Diplo Remix) (feat. Lil Wayne)
16. Forever and a day
17. What a feeling (with Alex Gaudino)














