Aug 18, 2010
The Hoosiers – The Illusion of Safety
Popvielfalt
Gut 3 Jahre liegen zwischen der Veröffentlichung von “Worried about Ray“ und heute. Ein Song, der mit seinem einnehmenden Indie Pop Appeal die europäischen Radiostationen entert, um eine Band namens “The Hoosiers“ über die eigenen Landesgrenzen hinaus zu tragen. Die eigenen Landesgrenzen? Auch wenn die Band selbst in London gegründet wird, stammen Irwin Sparkes und Alfonso Sharland zwar aus England, doch liegen die Wurzeln von Bassist Martin Skarendahl in Stockholm, Schweden. Die Einflüsse reichen von “The Cure“ bis Jeff Buckley und “The Flaming Lips“. Selbst bezeichnet die englisch-schwedische Formation ihren Sound als Odd (sonderbaren, merkwürdigen) Pop. Dabei geht man durchaus verspielt und eigenwillig an dieses Genre heran, denn herkömmliche Lieder über die Liebe und die Begegnung zwischen Mann und Frau stehen den Musikern fern. Das Album “The trick to life“ erreicht Doppeltplatin im Vereinigten Königreich, während Europa aufmerksam, aber vergleichsweise zögerlich an das Trio herantritt.
Mit der neuen Single “Choices“ geht ein Stilwechsel einher – außen wie innen. Die Verkleidungen der Vergangenheit mussten einer geradlinigen, adretten Optik weichen. Der Indie Rock/Brit Pop Sound von einst, wird nun stärker durch Einflüsse aus New Wave, Folk und Glam geprägt. Synthesizerklänge untermalen Songs wie “Bumpy Ride“, “Unlikely Hero“ oder “Giddy up“. Tanzbare Euphoriepflaster, mit einem offensiven Hang zu(r) Disco. “Glorious“ rückt Glam und Bombast in den Vordergrund. Man eifert Bands wie “Queen“ und “Scissor Sisters“ nach, lässt jedoch die eigene Identität nicht ganz in den Hintergrund treten. Letztere finden sich auch in einem Track wie “Made to measure“ wieder. Charmant-anmutende Radionummern, die schnell den Zugang zum Gehör finden, sich aber länger als eine kurze Spielzeit halten. “Live by the Ocean“ rückt, neben der gelungenen (Halb-) Ballade “Who said anything“, dem dramaturgisch Richtung Russland schielenden “Little Brutes“ oder dem Folk orientierten, zum Ende beinahe psychedelisch-hypnotisierenden “Devil’s in the detail“, wieder das von der Debütsingle gewohnte Tasteninstrument in den Mittelpunkt und zeigt als mitreißende Piano Pop weitere Qualitäten. “The Illusion of safety“ ist ein farbenfrohes Spektakel einer gereiften Band, die sich dauerhaft in den Köpfen der Hörer festsetzen möchte.
Anspieltipps: “Choices”, “Live by the ocean“ und “Glorious“
Note: 2,4
Trackliste:
1. Choices
2. Bumpy Ride
3. Who Said Anything (about falling in love)?
4. Unlikely Hero
5. Lovers in my head
6. Live by the ocean
7. Devil’s in the detail
8. Glorious
9. Made to measure
10. Giddy up
11. Sarajevo
12. Little Brutes
Bandmitglieder:
Irwin Sparkes – vocals, guitar
Martin Skarendahl – bass
Alfonso Sharland – drums














